Axilläre Hyperhidrose Nürnberg
Vermehrte Schwitzneigung der Achseln Nürnberg
Kommt für Sie eine Behandlung der axillären Hyperhidrose in Frage und was ist von der Therapie zu erwarten?
Schwitzen ist ein natürliches Phänomen und dient der Temperaturregulierung des Körpers. Dieser Wärmeaustausch erfolgt durch die Verdunstung des abgesonderten Schweißes, welcher von den Schweißdrüsen produziert wird. Diese sind am ganzen Körper vorhanden. Eine vermehrte Schweißsekretion kann unter bestimmten Umständen normal sein, es können aber auch vielfältige krankhafte Ursachen oder Nebenwirkungen z.B. von Medikamenten dafür verantwortlich sein. Für Letzteres empfiehlt sich eine genaue Untersuchung durch Ihren Hausarzt, Internisten oder Hautarzt.
Gerade im Bereich der Achseln führt eine vermehrte Schwitzneigung zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Betroffenen im Alltag. Wenn eine genaue internistische Abklärung und die Verwendung von speziellen Deodorants nichts hilft, dann können besondere Behandlungsmethoden durch einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Abhilfe schaffen.
Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Verfahren. Mit Hilfe von Botoxinjektionen im behaarten Achselbereich werden die Schweißdrüsen derart beeinflusst, dass sie kaum noch Schweiß absondern. Die Behandlung ist einfach und unproblematisch, wird in der Praxis durchgeführt und Sie sind sofort wieder einsatzfähig. Die Wirkungsdauer des Botulinumtoxins (siehe Kapitel Faltenbehandlung – Botulinumtoxin) beträgt ca. 6 Monate, so dass die Behandlung zwei Mal jährlich wiederholt werden muss, um eine kontinuierliche Wirkung zu erzielen.
Auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, die Achselschweißdrüsen operativ dauerhaft zu entfernen. Hierbei werden durch eine spezielle Saugmethode die meisten Achselschweißdrüsen entfernt. Eine trockene Achsel ist bereits beim ersten Verbandswechsel feststellbar. Nach einigen Monaten kann sich eine ganz leichte, natürliche Schweißsekretion erneut einstellen, da immer einige wenige Schweißdrüsen erhalten bleiben. Das ist auch wichtig, denn bei einer vollständig trockenen Achsel würden durch die Reibung der Haut Reizungen entstehen.
Was geschieht beim ersten Beratungsgespräch?
Im Vorfeld der Erstberatung sollten Sie Ihren Hausarzt, Internisten oder Hautarzt konsultieren, um Grunderkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten als Ursache für die vermehrte Schwitzneigung auszuschließen. Bringen Sie bitte alle Unterlagen dieser Untersuchungen oder von Vorbehandlungen mit.
Im Rahmen des Beratungsgespräches wird die Achselregion genau untersucht. Danach werden Ihnen die unterschiedlichen Behandlungsmethoden erklärt und deren Vor- und Nachteile besprochen. Zum Schluss erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Behandlungsmethode, die in Ihrem Fall zur Anwendung kommt. Ihnen werden ausführliches Anschauungsmaterial und ggf. postoperative Verhaltensregeln nach Hause mitgegeben.
Was geschieht vor der Operation?
Wenn Sie sich für die Operation entschieden haben, findet ein weiteres Gespräch statt, bei dem Sie uns alle Fragen stellen sollten, die Sie noch haben. Im Rahmen dieses Gespräches werden Sie auch schriftlich Ihre Einwilligung zur Operation geben.
Die axilläre Saugkurettage (dauerhafte Entfernung der Achselschweißdrüsen) kann sowohl in örtlicher Betäubung und Dämmerschlaf, als auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. Hierfür benötigen wir ein kleines Blutbild und Blutgerinnungswerte, vorausgesetzt Sie sind gesund. Falls Sie eine Vollnarkose bevorzugen, werden Sie sich mit den Voruntersuchungen beim Narkosearzt vorstellen und über die Narkose informiert.
Kurz vor der Operation sollten Sie darauf achten, dass Sie sich in einer guten gesundheitlichen Verfassung befinden. Das Rauchen sollte 4 Wochen vor dem Eingriff auf ein Minimum reduziert werden, um dadurch bedingte Risiken zu verringern. Ebenso sollten Sie 2 Wochen vor dem Eingriff keine aspirinhaltigen Präparate einnehmen, da sie zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Im Rahmen der Aufklärungsgespräche werden Sie sowohl von Ihrem Operateur als auch von Ihrem Anästhesisten über weitere erforderliche Verhaltensregeln informiert.
Was geschieht während des Klinikaufenthaltes?
Sie werden am Tag der Operation im Krankenhaus aufgenommen. Sie sollten sich zu Hause vorher die Achseln rasieren. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt.
Die haartragende Achselregion wird angezeichnet und anschließend, ähnlich wie bei einer Fettabsaugung (siehe Kapitel Fettabsaugung), mit einem speziellen Flüssigkeitsgemisch eingespritzt. Die sog. Tumeszenzlösung enthält u.a. Mittel zur Schmerzausschaltung und zur Verengung der Blutgefäße. Nach entsprechender Einwirkzeit erfolgt, ähnlich wie bei einer Liposuction, die Absaugung der Schweißdrüsen mit einer speziell hierfür vorgesehenen Saugkanüle. Durch diese Saugkurettage werden die meisten Schweißdrüsen, welche direkt unter der Haut liegen, entfernt.
Am Ende der Operation wird ein leicht komprimierender und wattierter Verband angelegt und mit Tapestreifen fixiert. Nach dem Eingriff werden Sie sich die ersten Stunden in der Klinik ausruhen und die Achseln durchgehend kühlen. Sie können am selben Tag in Begleitung nach Hause gehen. Die weitere Nachsorge erfolgt ambulant in der Praxis.
Was ist nach der axillären Saugkurettage zu beachten?
Alles was Sie für die postoperative Nachsorge benötigen, erhalten Sie von uns (schmerzstillende und abschwellende Medikamente, sowie Antibiotika). Wir sind für Sie immer telefonisch erreichbar. In den ersten Tagen sollten Sie die Achseln durchgehend kühlen und die Arme aus dem Schultergelenk nur vorsichtig heben. Während der ersten Woche dürfen Sie nicht selber Auto fahren.
Sie werden sich am ersten Tag nach der Operation in der Praxis zu einer Kontrolluntersuchung vorstellen. Die Fäden und der Verband werden nach 5 Tagen entfernt. Bis dahin sollten Sie beim Waschen vorsichtig sein. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt wieder nach etwa 4-6 Wochen erlaubt. Sauna- und Dampfbadbesuche sollten Sie für 3 Monate vermeiden.
Mit welchen Risiken ist zu rechnen?
Die dauerhafte operative Entfernung der Achselschweißdrüsen ist eine Routineoperation und in den Händen eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit wenigen Risiken behaftet. Im Rahmen eines ausführlichen präoperativen Aufklärungsgespräches werden Sie über allgemeine und spezielle Risiken aufgeklärt. Wie bei jeder anderen Operation kann es zu Blutergüssen, Schwellungen oder einer Entzündung kommen. Ein umschriebenes Taubheitsgefühl hält in der Regel nur kurz an. Da die Operation knapp unterhalb der Haut durchgeführt wird, ist das Risiko für die Verletzung von Blutgefäßen, Nerven oder Lymphbahnen sehr gering. Da die Achselhaut sehr stark ausgedünnt wird, um so die meisten Schweißdrüsen zu entfernen, können in seltenen Fällen durch eine Beeinträchtigung der Durchblutung Wundheilungsstörungen entstehen. Dieses Risiko ist bei Rauchern erhöht. Bei einer allgemein guten Gesundheitslage, unter Antibiotikaprophylaxe und einer schonenden Operationstechnik sind diese Risiken jedoch gering.
Die Risiken bei der Behandlung mittels Botoxinjektionen sind noch geringer. Es kann zu leichten Blutergüssen oder Reizerscheinungen kommen. (siehe Kapitel Faltenbehandlung – Botulinumtoxin)
Insgesamt handelt es sich um komplikationsarme Behandlungsmethoden mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit. Die kurze Genesungszeit und die sofortige Wirkung führen zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität.
