Latissimus Lappenplastik
Brustwiederaufbau mit Eigengewebe vom Rücken

Nach der Entfernung des Brustdrüsengewebes muss Ihr behandelnder Plastischer Chirurg zwei Probleme lösen. Es fehlen Volumen durch die Entfernung der Drüse und Haut. Beides muss ersetzt werden. Bei der Rekonstruktion mit Gewebe vom Rücken wird ein Rückenmuskel (Latissimus dorsi Muskel) und meistens auch etwas darüberliegende Haut entnommen. Dieses Gewebe wird im Bereich der Achsel durch einen Tunnel unterhalb der Haut nach vorne zur Brustwand durchgezogen und dient als Ersatz für fehlendes Volumen und Haut. Wurde nur ein Teil der Brust entfernt, reicht das eigene Gewebe für den Wiederaufbau aus. Wurde die ganze Brust entfernt, steht in der Regel nicht ausreichend viel Gewebe zur Verfügung, um eine gute Symmetrie zu erzielen. In diesem Fall muss zusätzlich ein Implantat verwendet werden. Im Gegensatz zu einer alleinigen Implantatrekonstruktion oder bei der Verwendung eines Expanders, wird hier die fehlende Haut mit gesunder und gut durchbluteter Haut vom Rücken ersetzt. Der großflächige, verpflanzte Muskel dient als zusätzliche Abdeckung des Implantates und unterfüttert die dünne Haut der Brustwand. In dieser Art und Weise erzielt man ein wesentlich besseres Ergebnis mit einer natürlicheren Form und längerer Haltbarkeit.

Am Rücken verbleibt eine nicht allzu lange, meist waagerechte Narbe, welche vom BH oder der Badebekleidung gut bedeckt wird. In der Regel werden Sie den „Verlust“ des Muskels im Alltag kaum wahrnehmen, denn die umliegenden Muskel des Schultergürtels übernehmen sehr wirkungsvoll dessen Funktion. Ebenso verhält es sich mit der Beweglichkeit im Schultergelenk. Im Bereich der Brust wird die alte Narbe verwendet, um das Gewebe einzusetzen.

Der Eingriff kann sowohl als Sofort- wie auch als Sekundärrekonstruktion durchgeführt werden. Der genaue zeitliche Ablauf wird gemeinsam mit Ihnen und Ihrem behandelnden Gynäkologen oder Brustzentrum abgestimmt.

Was geschieht beim ersten Beratungsgespräch?

Im Rahmen der Erstberatung werden Sie eingehend untersucht, über die OP Technik aufgeklärt und deren Vor- und Nachteile besprochen. Im Anschluss daran werden Sie zu medizinischen Dokumentationszwecken fotografiert und die Bilder werden mit Ihnen am PC besprochen. Abschließend werden Ihnen ähnliche Fälle und die postoperativen Ergebnisse aus dem eigenen umfassenden Archiv gezeigt und mit Ihrem Ausgangsbefund verglichen. Zum Schluss erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Operationstechnik. Ihnen werden ausführliches Anschauungsmaterial und postoperative Verhaltensregeln nach Hause mitgegeben.

Was geschieht vor der Operation?

Wenn Sie sich für die Operation entschieden haben, findet ein weiteres Gespräch statt, bei dem Sie uns alle Fragen stellen sollten, die Sie noch haben. Im Rahmen dieses Gespräches werden Sie auch schriftlich Ihre Einwilligung zur Operation geben.

Sofortrekonstruktionen werden während des gleichen stationären Aufenthaltes in der Klinik, in der auch die Tumoroperation durchgeführt wird, vorgenommen. Sekundärrekonstruktionen werden in unserer Klinik durchgeführt.

Eine Brustrekonstruktion mit einer Latissimus Lappenplastik erfolgt unter Vollnarkose. Hierfür benötigen wir ein kleines Blutbild und Blutgerinnungswerte, vorausgesetzt Sie sind gesund. Sie werden sich mit den Voruntersuchungen beim Narkosearzt vorstellen und über die Narkose informiert.

Kurz vor der Operation sollten Sie darauf achten, dass Sie sich in einer guten gesundheitlichen Verfassung befinden. Das Rauchen sollte 4 Wochen vor dem Eingriff auf ein Minimum reduziert werden, um dadurch bedingte Risiken zu verringern. Ebenso sollten Sie 2 Wochen vor dem Eingriff keine aspirinhaltigen Präparate einnehmen, da sie zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Im Rahmen der Aufklärungsgespräche werden Sie sowohl von Ihrem Operateur als auch von Ihrem Anästhesisten über weitere erforderliche Verhaltensregeln informiert.

Was geschieht während des Klinikaufenthaltes?

Bei Sofortrekonstruktionen befinden Sie sich bereits in der Klinik, in der auch die Tumoroperation durchgeführt wird. Bei Sekundärrekonstruktionen werden Sie am Vortag der Operation stationär aufgenommen. Im Vorfeld erfolgt die genaue Anzeichnung der Schnittführung sowie ggf. die Bestimmung der Implantatgröße.

Nach erfolgter Rekonstruktion werden am Rücken und an der Brust Drainagen eingelegt und die Wunden mit feinen, selbstauflösenden Nähten verschlossen, die neben der Nahttechnik die Bildung feiner Narben unterstützen. Das ästhetische Ergebnis ist in hohem Maß von der Kunst und Erfahrung des Plastischen Chirurgen abhängig. Sie werden noch am selben Tag aufstehen, um den Kreislauf „in Schwung“ zu bringen und das Thromboserisiko zu verringern.

Nach der Operation dürfen Sie nur auf dem Rücken liegen und müssen die Armbewegung reduzieren, um eine Gefährdung der Durchblutung des verpflanzten Gewebes zu vermeiden sowie ein Verrutschen des Implantates zu verhindern. Nach einigen Tagen werden die Drainagen entfernt und Sie erhalten einen Stütz-BH, der die neue Brustform unterstützt. Nach ca. 1 Woche werden Sie aus der Klinik entlassen und durch uns ambulant weiter betreut.

Was ist nach einer Rekonstruktion mit einer Latissimuslappenplastik zu beachten?

Alles was Sie für die postoperative Nachsorge benötigen, erhalten Sie von uns (schmerzstillende und abschwellende Medikamente). Wir sind für Sie immer telefonisch erreichbar. In den ersten Tagen sollten Sie sich schonen. Bewegungen aus dem Ellenbogen sind erlaubt, das Heben des Armes über die Waagerechte sollte allerdings vermieden werden. Um ein Verrutschen oder Drehen der Implantate zu vermeiden, müssen Sie während der ersten Wochen auf dem Rücken schlafen. Den Stütz-BH mit Gurt werden Sie während der ersten 4 Wochen durchgehend tragen, anschließend können Sie tagsüber auf ein Sport-BH umsteigen. Duschen sollten Sie bis zum 1. Verbandswechsel nur von der Taille abwärts. Eventuell entstandene Schwellungen und Blutergüsse bilden sich nach einigen Wochen zurück. Während der ersten 2 Wochen dürfen Sie nicht selber Auto fahren.

Sobald die Wunden verheilt sind, können Sie mit der Narbenpflege anfangen. Wir werden Sie genau anleiten und Ihnen geeignete Salben empfehlen. Die Hautnarbe wird nach Ablauf von einigen Wochen blasser und verstreicht mit der Umgebung. Es ist sehr wichtig, die Narben vor direkter Sonneneinstrahlung im ersten Jahr zu schützen. Leichtere Tätigkeiten können Sie ausführen, größere Anstrengungen und das Heben von Lasten über 10 kg sollten Sie jedoch für mehrere Wochen vermeiden. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt wieder nach etwa 4-6 Wochen erlaubt. Sauna- und Dampfbadbesuche sollten Sie für 3 Monate vermeiden.

Mit welchen Risiken ist zu rechnen?

Eine Brustrekonstruktion mit einer Latissimuslappenplastik ist ein aufwändiger Eingriff, jedoch in den Händen eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie ein sicheres Verfahren. Im Rahmen eines ausführlichen präoperativen Aufklärungsgespräches werden Sie über allgemeine und spezielle Risiken aufgeklärt. Wie bei jeder anderen Operation kann es zu Blutergüssen, Schwellungen oder einer Entzündung kommen. Bei einer allgemein guten Gesundheitslage, unter Antibiotikaprophylaxe, sorgfältiger Blutstillung und einer schonenden Operationstechnik sind diese Risiken jedoch gering. Das Hautgefühl regeneriert sich nach kurzer Zeit. In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Verrutschen oder einer Drehung der Implantate kommen. Die Gefahr einer Durchblutungsstörung des verpflanzten Gewebes mit Abstoßung des Transplantates ist äußerst selten. Nur in Ausnahmefällen muss eine Blutübertragung erfolgen.

Sollten Sie bestrahlt worden sein, oder zu einer Risikogruppe gehören wie z.B. Raucher, Patienten mit Zuckerkrankheit oder Gerinnungsstörungen, so könnte eine verzögerte Wundheilung die Folge sein. Daraus resultierende auffällige Narben können jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mit einem geringen Aufwand korrigiert werden. Zu den speziellen Risiken im Falle einer zusätzlichen Implantateinbringung gehört in erster Linie die Bildung einer Kapselfibrose. Der eigene Körper kann eine dünne Bindegewebskapsel um das Implantat erzeugen, die keinen Krankheitswert hat. Nur wenn sich diese Kapsel im Laufe der Jahre verdickt, verhärtet oder zusammenzieht, können eine Kapselentfernung und ein Implantataustausch erforderlich werden. Insgesamt handelt es sich um eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.

Ihr neues Aussehen

Bei richtiger Indikation und Durchführung ist diese Operation eine Maßnahme, die das Erscheinungsbild Ihrer Brust nach einer Tumoroperation wiederherstellt und Ihnen dadurch ein besseres Körpergefühl gibt. Dadurch kann sich Ihr Selbstwertgefühl erheblich verbessern. Durch die Verwendung von Eigengewebe werden Sie ein kosmetisch hochwertigeres und langlebigeres Ergebnis haben.

dr. radu + partner
0911 - 5192519

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Mitglieder in der Deutschen Gesellschaft
der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen