DIEP – TRAM Lappenplastik (Brustwiederaufbau mit Eigengewebe vom Unterbauch in mikrochirurgischer Technik)

Nach einer vollständigen Entfernung der Brust stellt die Rekonstruktion mit Eigengewebe vom Unterbauch die derzeit beste Möglichkeit für den Wiederaufbau dar. Sofern vorhanden, kann das gesamte Gewebe zwischen Bauchnabel und Schamhaargrenze, ähnlich wie bei einer Bauchdeckenstraffung (siehe Kapitel Bauchdeckenstraffung) entnommen und für die Rekonstruktion verwendet werden. Da sich dieses Gewebe weit von der Brustregion befindet, muss es von seiner Blutversorgung getrennt werden und wird nach der Verpflanzung an die Blutgefäße der Brustwand unter dem Mikroskop erneut angeschlossen. Die Naht von Blutgefäßen mit einem Durchmesser zwischen 1,5 – 2,5 mm, macht diese Operation zum aufwendigsten Rekonstruktionsverfahren, bietet Ihnen aber auch das beste Ergebnis. Es handelt sich um einen vollständigen Eigengewebsaufbau, ohne Verwendung von Implantaten. Im Gegensatz zu den älteren Operationsmethoden, bei denen der gesamte gerade Bauchmuskel geopfert werden musste, kann mittels moderner mikrochirurgischer Verfahren die Muskelentnahme auf ein Minimum reduziert (TRAM = Transverse Rectus Abdominis Myocutaneous Lappenplastik), oder wenn möglich, gänzlich darauf verzichtet werden (DIEP = Deep Inferior Epigastric Perforator Lappenplastik). Dies ermöglicht nicht nur eine deutlich bessere Formgebung der neuen Brust, sondern senkt auch die Schwächung der Bauchwand und das Risiko eines Narbenbruchs.

Am Unterbauch verbleibt eine waagerechte Narbe wie nach einer Bauchstraffung, welche vom Slip oder der Badebekleidung gut bedeckt wird. In der Regel werden Sie den „Verlust“ des Gewebes im Alltag kaum wahrnehmen. Im Bereich der Brust wird die alte Narbe verwendet, um das Gewebe einzusetzen.

Der Eingriff wird als Sekundärrekonstruktion in unserer Klinik durchgeführt. Der genaue zeitliche Ablauf wird gemeinsam mit Ihnen und Ihrem behandelnden Gynäkologen oder Brustzentrum abgestimmt.

Was geschieht beim ersten Beratungsgespräch?

Im Rahmen der Erstberatung werden Sie eingehend untersucht, über die OP Technik aufgeklärt und deren Vor- und Nachteile besprochen. Im Anschluss daran werden Sie zu medizinischen Dokumentationszwecken fotografiert und die Bilder werden mit Ihnen am PC besprochen. Abschließend werden Ihnen ähnliche Fälle und die postoperativen Ergebnisse aus dem eigenen umfassenden Archiv gezeigt und mit Ihrem Ausgangsbefund verglichen. Zum Schluss erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Ihnen werden ausführliches Anschauungsmaterial und postoperative Verhaltensregeln nach Hause mitgegeben.

Was geschieht vor der Operation?

Wenn Sie sich für die Operation entschieden haben, findet ein weiteres Gespräch statt, bei dem Sie uns alle Fragen stellen sollten, die Sie noch haben. Im Rahmen dieses Gespräches werden Sie auch schriftlich Ihre Einwilligung zur Operation geben.

Eine Brustrekonstruktion mit einer DIEP oder TRAM Lappenplastik erfolgt unter Vollnarkose. Hierfür benötigen wir ein kleines Blutbild und Blutgerinnungswerte, vorausgesetzt Sie sind gesund. Sie werden sich mit den Voruntersuchungen beim Narkosearzt vorstellen und über die Narkose informiert.

Kurz vor der Operation sollten Sie darauf achten, dass Sie sich in einer guten gesundheitlichen Verfassung befinden. Das Rauchen sollte 4 Wochen vor dem Eingriff auf ein Minimum reduziert werden, um dadurch bedingte Risiken zu verringern. Ebenso sollten Sie 2 Wochen vor dem Eingriff keine aspirinhaltigen Präparate einnehmen, da sie zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Im Rahmen der Aufklärungsgespräche werden Sie sowohl von Ihrem Operateur als auch von Ihrem Anästhesisten über weitere erforderliche Verhaltensregeln informiert.

Was geschieht während des Klinikaufenthaltes?

Sie werden am Vortag der Operation stationär aufgenommen. Im Vorfeld erfolgt die genaue Anzeichnung der Schnittführung sowie eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße am Unterbauch.

Bei der Operation wird das gesamte Gewe<be vom Unterbauch entnommen und die versorgenden Blutgefäße in der Leistengegend freigelegt. Wenn es die Blutgefäßversorgung erlaubt, wird gänzlich auf die Entfernung von Muskelgewebe verzichtet, ansonsten muss ein ganz kleiner Muskelstreifen entfernt werden. Der Grossteil des Muskels bleibt erhalten und wird in seiner Funktion unmerklich beeinträchtigt. Parallel dazu wird das Empfangsgebiet an der Brustwand vorbereitet und die Blutgefäße unterhalb der 3. Rippe in Brustbeinnähe freigelegt. Nach Absetzen des Transplantates werden die Blutgefäße unter dem Mikroskop erneut vernäht. Dies stellt den schwierigsten Teil der Operation dar, denn nur wenn die Durchblutung wieder in Gang kommt, kann das Gewebe einheilen. Nach der Wiederherstellung der Durchblutung erfolgt die eine aufwendige Formgebung der neuen Brust. Parallel dazu wird die Bauchdecke, ähnlich wie bei einer Abdominoplastik (siehe Kapitel Bauchdeckenstraffung) verschlossen.

Sowohl am Bauch als auch und an der Brust werden Drainagen eingelegt und die Wunden mit feinen, selbstauflösenden Nähten verschlossen, die neben der Nahttechnik die Bildung feiner Narben unterstützen. Das ästhetische Ergebnis ist in hohem Maß von der Kunst und Erfahrung des Plastischen Chirurgen abhängig. Nach der Operation werden Sie für 1 Nacht auf die Intensivstation verlegt, da Sie dort am besten überwacht und die Durchblutung des Transplantates stündlich kontrolliert werden kann. Am nächsten Tag werden Sie auf Ihre Station verlegt. Nach der Operation dürfen Sie nur auf dem Rücken liegen und müssen die Armbewegung reduzieren, um eine Gefährdung der Durchblutung des verpflanzten Gewebes zu vermeiden. Nach einigen Tagen werden die Drainagen entfernt und Sie erhalten einen Stütz-BH, der die neue Brustform unterstützt. Nach ca. 1 Woche werden Sie aus der Klinik entlassen und durch uns ambulant weiter betreut.

Was ist nach einer Rekonstruktion mit einer DIEP oder TRAM Lappenplastik zu beachten?

Alles was Sie für die postoperative Nachsorge benötigen, erhalten Sie von uns (schmerzstillende und abschwellende Medikamente). Wir sind für Sie immer telefonisch erreichbar. In den ersten Tagen sollten Sie sich schonen. Bewegungen aus dem Ellenbogen sind erlaubt, das Heben des Armes über die Waagerechte sollte allerdings vermieden werden. Um ein Gefährdung der Durchblutung zu vermeiden, müssen Sie während der ersten Wochen auf dem Rücken schlafen. Den Stütz-BH werden Sie während der ersten 4 Wochen durchgehend tragen, anschließend können Sie tagsüber auf ein Sport-BH umsteigen. Duschen sollten Sie bis zum 1. Verbandswechsel nur von der Taille abwärts. Eventuell entstandene Schwellungen und Blutergüsse bilden sich nach einigen Wochen zurück. Während der ersten 2 Wochen dürfen Sie nicht selber Auto fahren.

Sobald die Wunden verheilt sind, können Sie mit der Narbenpflege anfangen. Wir werden Sie genau anleiten und Ihnen geeignete Salben empfehlen. Die Hautnarbe wird nach Ablauf von einigen Wochen blasser und verstreicht mit der Umgebung. Es ist sehr wichtig, die Narben vor direkter Sonneneinstrahlung im ersten Jahr zu schützen. Leichtere Tätigkeiten können Sie ausführen, größere Anstrengungen und das Heben von Lasten über 10 kg sollten Sie jedoch für mehrere Wochen vermeiden. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt wieder nach etwa 4-6 Wochen erlaubt. Sauna- und Dampfbadbesuche sollten Sie für 3 Monate vermeiden.

Mit welchen Risiken ist zu rechnen?

Eine Brustrekonstruktion mit einer DIEP oder TRAM Lappenplastik stellt die aufwendigste Methode für eine Brustrekonstruktion dar, ist jedoch in den Händen eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie ein sicheres Verfahren. Im Rahmen eines ausführlichen präoperativen Aufklärungsgespräches werden Sie über allgemeine und spezielle Risiken aufgeklärt. Wie bei jeder anderen Operation kann es zu Blutergüssen, Schwellungen oder einer Entzündung kommen. Bei einer allgemein guten Gesundheitslage, unter Antibiotikaprophylaxe, sorgfältiger Blutstillung und einer schonenden Operationstechnik sind diese Risiken jedoch gering. Die Gefahr einer Durchblutungsstörung des verpflanzten Gewebes mit Abstoßung des Transplantates ist selten. Nur in Ausnahmefällen muss eine Blutübertragung erfolgen.

Sollten Sie Bestrahlt worden sein, oder zu einer Risikogruppe gehören wie z.B. Raucher, Patienten mit Zuckerkrankheit oder Gerinnungsstörungen, so könnte eine verzögerte Wundheilung die Folge sein. Daraus resultierende auffällige Narben können jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mit einem geringen Aufwand korrigiert werden. Insgesamt handelt es sich um eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.

Ihr neues Aussehen

Bei richtiger Indikation und Durchführung ist diese Operation eine Maßnahme, die das Erscheinungsbild Ihrer Brust nach einer Tumoroperation wiederherstellt und Ihnen dadurch ein besseres Körpergefühl gibt. Dadurch kann sich Ihr Selbstwertgefühl erheblich verbessern. Durch die Verwendung von Eigengewebe werden Sie ein kosmetisch hochwertigeres und langlebigeres Ergebnis haben.

dr. radu + partner
0911 - 5192519

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Mitglieder in der Deutschen Gesellschaft
der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen