Expanderrekonstruktion (Brustwiederaufbau mit Gewebsdehner und Silikonkissen)

Alternativ zur einfachen Implantatrekonstruktion kann bei einer Expanderrekonstruktion die „fehlende“ Haut gedehnt werden. Ein Expander ist ein zunächst leeres Implantat, welches im Rahmen der Tumoroperation eingesetzt wird. Dieses wird dann in den folgenden Wochen über ein Ventil schrittweise mit Kochsalz aufgefüllt und die darüberliegende Haut somit gedehnt. Es wird zunächst eine Überdehnung angestrebt, um möglichst viel Haut zu gewinnen. Je nach Expanderart kann dieser im Körper verbleiben und das Volumen später genau angepasst werden (Beckerexpander), oder aber in einer zweiten Operation durch ein endgültiges Silikonimplantat ausgetauscht werden.

Auch hier liegt der Vorteil in der Einfachheit der Verfahrens und der sofortigen Durchführbarkeit. Der Eingriff ist zwar aufwendiger als eine alleinige Implantatrekonstruktion, aber durch den zusätzlichen Gewinn an ortsständiger Haut durch die Gewebsdehnung erreicht man ein kosmetisch besseres Ergebnis. Welche Expanderart für Sie in Frage kommt und deren Vor- und Nachteile werden mit Ihnen im Vorfeld besprochen.

Die Nachteile sind ähnlich wie bei einer alleinigen Implantatrekonstruktion. Man gewinnt zwar Haut, diese wird jedoch u.U. durch den Dehnungsvorgang noch mehr ausgedünnt mit den bereits beschriebenen Folgeproblemen (siehe Kapitel Brustwiederaufbau – Implantatrekonstruktion).

Was geschieht beim ersten Beratungsgespräch?

Im Rahmen der Erstberatung geht es darum, in Absprache mit Ihnen und Ihrem behandelnden Gynäkologen oder Brustzentrum festzulegen, welches Verfahren für Sie am geeignetsten ist und zu welchem Zeitpunkt der Brustaufbau vorgenommen werden soll.

Sie werden eingehend untersucht, über die für Sie in Frage kommende OP Technik aufgeklärt und deren Vor- und Nachteile besprochen. Im Anschluss daran werden Sie zu medizinischen Dokumentationszwecken fotografiert und die Bilder werden mit Ihnen am PC besprochen. Abschließend werden Ihnen ähnliche Fälle und die postoperativen Ergebnisse aus dem eigenen umfassenden Archiv gezeigt und mit Ihrem Ausgangsbefund verglichen. Zum Schluss erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Operationstechnik. Ihnen werden ausführliches Anschauungsmaterial und postoperative Verhaltensregeln nach Hause mitgegeben.

Was geschieht vor der Operation?

Wenn Sie sich für die Operation entschieden haben, findet ein weiteres Gespräch statt, bei dem Sie uns alle Fragen stellen sollten, die Sie noch haben. Im Rahmen dieses Gespräches werden Sie auch schriftlich Ihre Einwilligung zur Operation geben.

Sofortrekonstruktionen werden während des gleichen stationären Aufenthaltes in der Klinik, in der auch die Tumoroperation durchgeführt wird, vorgenommen. Sekundärrekonstruktionen werden in unserer Klinik durchgeführt.

Eine Brustrekonstruktion erfolgt unter Vollnarkose. Hierfür benötigen wir ein kleines Blutbild und Blutgerinnungswerte, vorausgesetzt Sie sind gesund. Sie werden sich mit den Voruntersuchungen beim Narkosearzt vorstellen und über die Narkose informiert.

Kurz vor der Operation sollten Sie darauf achten, dass Sie sich in einer guten gesundheitlichen Verfassung befinden. Das Rauchen sollte 4 Wochen vor dem Eingriff auf ein Minimum reduziert werden, um dadurch bedingte Risiken zu verringern. Ebenso sollten Sie 2 Wochen vor dem Eingriff keine aspirinhaltigen Präparate einnehmen, da sie zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Im Rahmen der Aufklärungsgespräche werden Sie sowohl von Ihrem Operateur als auch von Ihrem Anästhesisten über weitere erforderliche Verhaltensregeln informiert.

Was geschieht während des Klinikaufenthaltes?

Bei Sofortrekonstruktionen befinden Sie sich bereits in der Klinik, in der auch die Tumoroperation durchgeführt wird. Bei Sekundärrekonstruktionen werden Sie am Vortag der Operation stationär aufgenommen. Im Vorfeld erfolgt die genaue Anzeichnung der Schnittführung und die Bestimmung der Expandergröße. In der Regel wird der gleiche Schnitt verwendet, über dem das Brustdrüsengewebe entfernt wurde. Bei der Operation wird ein Expander (Gewebsdehner) unterhalb des Brustmuskels eingesetzt und bereits mit etwas Kochsalzlösung aufgefüllt. Zum Schluss werden Drainagen eingelegt und die Wunden mit feinen, selbstauflösenden Nähten verschlossen, die neben der Nahttechnik die Bildung feiner Narben unterstützen. Das ästhetische Ergebnis ist in hohem Maß von der Kunst und Erfahrung des Plastischen Chirurgen abhängig. Die Brust wird mit einem Sport BH und einem elastischen Brustgurt stabilisiert. Sie werden noch am selben Tag aufstehen, um den Kreislauf „in Schwung“ zu bringen und das Thromboserisiko zu verringern.

Nach der Operation dürfen Sie nur auf dem Rücken liegen und müssen die Armbewegung reduzieren, um ein Verrutschen des Implantates zu verhindern. Anfänglich werden Sie die Brust durchgehend kühlen. Nach ca. 5 Tagen werden Sie aus der Klinik entlassen und durch uns ambulant weiter betreut.

Was ist nach einer Expanderrekonstruktion zu beachten?

Alles was Sie für die postoperative Nachsorge benötigen, erhalten Sie von uns (schmerzstillende und abschwellende Medikamente, ggf. Antibiotika). Wir sind für Sie immer telefonisch erreichbar. In den ersten Tagen sollten Sie sich schonen. Bewegungen aus dem Ellenbogen sind erlaubt, das Heben des Armes über die Waagerechte sollte allerdings vermieden werden. Sie sollten während der ersten Tage die Brüste kühlen. Um ein Verrutschen oder Drehen der Implantate zu vermeiden, müssen Sie während der ersten Wochen auf dem Rücken schlafen. Den Stütz-BH mit Gurt werden Sie während der ersten 3 Wochen durchgehend tragen, anschließend können Sie tagsüber auf ein Sport-BH umsteigen. Duschen sollten Sie bis zum 1. Verbandswechsel nur von der Taille abwärts. Eventuell entstandene Schwellungen und Blutergüsse bilden sich in den ersten 2 Wochen zurück. Während der ersten 2 Wochen dürfen Sie nicht selber Auto fahren.

Der Expander wird bei den ambulanten Vorstellungen wöchentlich mit Kochsalzlösung aufgefüllt. Dies ist nicht aufwendiger oder schmerzhafter als eine Blutentnahme. Wie oft dies geschehen muss, hängt von der Expandergröße ab. Nach ca. 1 Monat ist die Auffüllphase abgeschlossen. Nach weiteren 3 Monaten ist die Dehnungsphase ebenfalls abgeschlossen.

Wurde bei Ihnen ein permanenter Expander (Beckerexpander) verwendet, können jetzt noch Volumenanpassungen durch Ablassen von Flüssigkeit vorgenommen werden, um die bestmögliche Symmetrie zu erreichen. Das Auffüllventil kann später entfernt werden. Alle anderen Expander werden nach 4-6 Monaten im Rahmen einer weiteren Operation durch ein endgültiges Silikonimplantat ausgetauscht.

Sobald die Wunden verheilt sind, können Sie mit der Narbenpflege anfangen. Wir werden Sie genau anleiten und Ihnen geeignete Salben empfehlen. Es ist sehr wichtig, während und nach der Dehnung die Haut häufig einzucremen, damit sie den Dehnungsvorgang gut übersteht. Die Hautnarbe wird nach Ablauf von einigen Wochen blasser und verstreicht mit der Umgebung. Es ist sehr wichtig, die Narben vor direkter Sonneneinstrahlung im ersten Jahr zu schützen. Leichtere Tätigkeiten können Sie ausführen, größere Anstrengungen und das Heben von Lasten über 10 kg sollten Sie jedoch für mehrere Wochen vermeiden. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt wieder nach etwa 4-6 Wochen erlaubt. Sauna- und Dampfbadbesuche sollten Sie für 3 Monate vermeiden.

Mit welchen Risiken ist zu rechnen?

Eine Brustrekonstruktion mit Expander ist in den Händen eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit wenigen Risiken behaftet. Im Rahmen eines ausführlichen präoperativen Aufklärungsgespräches werden Sie über allgemeine und spezielle Risiken aufgeklärt. Wie bei jeder anderen Operation kann es zu Blutergüssen, Schwellungen oder einer Entzündung kommen. Bei einer allgemein guten Gesundheitslage, unter Antibiotikaprophylaxe, sorgfältiger Blutstillung und einer schonenden Operationstechnik sind diese Risiken jedoch gering. Das Hautgefühl regeneriert sich nach kurzer Zeit. In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Verrutschen oder einer Drehung der Implantate kommen.

Sollten Sie zu einer Risikogruppe gehören wie z.B. Raucher, Patienten mit Zuckerkrankheit oder Gerinnungsstörungen, so könnte eine verzögerte Wundheilung die Folge sein. Daraus resultierende auffällige Narben können jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mit einem geringen Aufwand korrigiert werden. Zu den speziellen Risiken gehört in erster Linie die Bildung einer Kapselfibrose. Der eigene Körper kann eine dünne Bindegewebskapsel um das Implantat erzeugen, die keinen Krankheitswert hat. Nur wenn sich diese Kapsel im Laufe der Jahre verdickt, verhärtet oder zusammenzieht, kann eine Kapselentfernung und ein Implantataustausch erforderlich werden. Insgesamt handelt es sich um eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.

Ihr neues Aussehen

Bei richtiger Indikation und Durchführung ist diese Operation eine Maßnahme, die das Erscheinungsbild Ihrer Brust nach einer Tumoroperation wiederherstellt und Ihnen dadurch ein besseres Körpergefühl gibt. Dadurch kann sich Ihr Selbstwertgefühl erheblich verbessern.

dr. radu + partner
0911 - 5192519

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Mitglieder in der Deutschen Gesellschaft
der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen